Seit genau einer Woche tweete ich über @vermisstwird Vermisstenmeldungen mit dem Schwerpunkt auf vermisste Kinder. Eine Woche erst, denken jetzt vielleicht einige, was will man da berichten?
Antwort:
Zum einen, ich glaube das einzig erfreuliche, hat sich eine kleine Schar von 13 Followern gefunden. Bei erst 5 Tweets finde ich das sehr gut. Klar hat man am Anfang sicherlich bedenken was da noch kommt und das wird den ein oder anderen noch abhalten. Ich bin aber guter Dinge, wenn Twitterer die Kontinuität sehen, werden auch mehr folgen. Ich denke auch die Angaben von Ort und Bundesland in jedem Tweet machen es ja auch leichter sich zu entscheiden den Link zu klicken oder nicht. Bei all dem geht es mir sicherlich nicht um die reine Anzahl von Followern, aber auf Dauer möchte man natürlich auch, das sein eigenes Engagement “ankommt”. Also: Großes Lob denen und Danke für den Vorschuss, die @vermisstwird jetzt schon verfolgen!
Zum anderen habe ich viel Frust erlebt. Da ich jetzt aber niemanden für sein Engagement kritisieren möchte, halte ich mich im Allgemeinen.
1. Angefangen hat es mit einer Email an eine der größten Verbände zum Thema vermisste Kinder. Auch heute 6 Tage danach habe ich immer noch keine Antwort. ![]()
2. Zwei Homepages haben die Meldungen in Frames gebettet (das ist jetzt etwas technisch), aber diese lassen sich schwer verlinken. Ich dachte dann einfach rechts Mausklick und den Link kopieren, da kam mir eine Copyright Meldung entgegen. Klar gibt es Möglichkeiten das zu umgehen, aber hey: Es geht um vermisste Kinder, und die setzen ein Copyright? ![]()
3. Google Alert schleudert Meldungen in diesem Bereich mit fast 2 Tagen Zeitverzögerung heraus. Ein vermisstes Mädchen wollte ich schon tweeten, habe dann aber nochmals nachgeschaut und siehe da, sie war schon gefunden – leider ermordet. ![]()
4. Ok, dachte ich mir, nehme ich mir auch die Landeskriminalämter vor. Liebe Web-Entwickler, bitte, helft unserer Polizei. Kein Feed für Meldungen, keine Seitensuche anstatt suchen nach dem Menü, Auflistung der Dezernate mit Nummern anstatt mit Verantwortungsbereich, etc… (Das wäre ein eigener Bericht) ![]()
5. Vermisstenmeldungen auf Twitter zu suchen ist fast unmöglich. Ich habe ca. 10 Kombinationen mit Suchbergriffen und Hashtags getestet. Ergebnis: Tausende von vermissten Katzen und Hunden, zwei Personen. Das ist für die Tiere und Besitzer schön und auch OK, aber für mich war es frustrierend. ![]()
6. Ich habe das nicht empirisch belegt, aber nach dem was ich in einer Woche gesehen habe, sieht es so aus, dass vermisste Personen im Alter zwischen 25 Jahren und 50 Jahren eher männlich sind, bei über 50 Jahren gut gemischt ist und Kinder und Jugendliche fast nur Mädchen sind. Das hat mich wirklich geschockt. Ich glaube auf 10 Mädchen kommt ein Junge. Ist das wirklich die Realität? Oder werden Mädchen schneller als vermisst gemeldet als Jungen?
Fazit:
Aufhören? Nein! So schnell nicht. Ich werde weiter an den Suchtechniken feilen. Das ist der entscheidende Punkt. Die beste Quelle ist bis jetzt polizeipresse.de. Das einzige Problem sind 100te von Meldungen pro Tag. Die muss ich jetzt irgendwie filtern (6 Ways to Filter Your RSS Feeds). Wer weitere Ideen hat, kann/sollte sich bei mir melden! Und es wird weiterhin max. 1 Tweet pro Tag geben (Ausnahme: Falls jemand am gleichen Tag noch gefunden wird). Das werde ich jetzt noch 3 Monate machen und mich danach wieder mit einem Fazit melden.
PS: Traum – Modernes Bürgerengagement – 10 Menschen füllen @vermisstwird mit Meldungen und irgendwann in 10 Jahren wurde jemand gefunden – durch einen Tweet!
Tags: Dank, follower, kinder, twitter, vermisste kinder, vermisstwird
