Email, Messenger, Skype, RSS, Twitter, Facebook, Wave und bald Raindrop?! Real-Time Communication – OVERLOAD! SHUT DOWN!
Wieviele Informationen können wir aufnehmen? Ein Antwort auf die Frage kann ich leider auch nicht geben, aber eines ist klar: Die Menge ist begrenzt. Und die Technologien ist deutlich weiter als der Mensch. In letzter Zeit kommen über die verschiedenen Informationskanäle immer mehr Hinweise, dass viele beim “Information Overload” (Wikipedia) angekommen sind und/oder der “Information Pollution” (Wikipedia) erlegen sind. Der letzte Genickschlag war Google Wave (Spiegel.de: “Das Netz hängt seine Nutzer ab“), der Fußtritt auf den am Boden liegendem User war/sind die Twitterlisten.
Der Ausschlag für diesen Artikel war der Bericht von Sachar Kriwoj auf seinem Blog Massenpublikum. Kriwoj ist es satt nur noch Tweets mit irgendwelchen Links mit nicht selbst “erdachten” Inhalten zu erhalten. @Codeispoetry hat auch darauf reagiert:

Ist das ein Zeichen für Echtzeitkommunikationsmüdigkeit? Erste Anzeichen fand man schon relativ früh, im August 2008:

Aber auch in diesem Jahr gab es schon einige Berichte wie der vom Österreicher Lichtenecker, der auch ähnliche Kritik wie Kriwoj übt, die von Twittermüdigkeit berichten. Zitat: “Jetzt es ist es soweit. Ich bin Twitter müde. Zu viele Spammer, zu wenig spannender Inhalt und wer kann schon mehreren hundert bis tausend Accounts folgen.” (Quelle: Lichtenecker.at). Die Welt-Online berichtete schon im April diesen Jahres von “Müde vom digitalen Geschwätz” und “Der Westen” berichtet im gleichen Monat von “Facebook und Twitter: Die ersten werden müde“.
Die deutschen Nutzungszahlen für Twitter Monat Oktober, die auf webevangelisten.de veröffentlicht wurden, sprechen ähnliches: Null Wachstum.
Ich würde diesen Beitrag nicht schreiben, wenn ich nicht selbst eine gewisse Müdigkeit spüren würde. Dennoch habe ich gerade über Twitter viele neue Menschen und Anregungen gefunden, die ich nicht missen möchte. Es geht also darum neue innovative Möglichkeiten zu finden Informationen automatisch zu filtern, anstatt immer wieder neue Kommunikationskanäle zu erfinden (wie z.B. Google Wave oder Mozilla Raindrop). Es geht also darum, dass Twitter und Co. weiter ihre Technologien voranbringen, dass aber auch der User Möglichkeiten erhält seinen persönlichen Information-Input besser zu steuern. Wahrscheinlich liegt die Zukunft dieser Lösungen in den Clients wie Tweetdeck und Co., die immer wichtiger für diese Informationsfilterung werden. Oder werden wir wieder mehr RSS-Feeds abonnieren um interessante und selbst erdachte Inhalte zu erhalten? Wird Twitter dann nur noch ein Massenchat für zwischendurch?
Ich glaube es ist an der Zeit ein bisschen etwas über mein Online-Ich (Blog/Twitter/Facebook) zu schreiben. In letzter Zeit habe ich mehr Zugriffe auf meine Seite und die Anzahl der Follower bei Twitter steigt auch. Das liegt sicherlich an den Themen, die ich gerade behandle.
